Vollmond

   

Die Nacht ist hell

die Sonne schon lange untergegangen

das lichtgebende Gestirn am Zelt

erleuchtet den Himmel

als bewerbe es sich zum Tag

Der neue Tag ist mondbeschien

noch nicht in Sicht

noch versteckt hinter seiner Maske

streift er durch die Fußgängerzone

Laternen werden blass

bei seinem vollen Anblick

Lockdown

Die Geschäfte schließen

auch du beendest für dieses Jahr

deine Arbeit

Ruhst dich aus

schläfst, schaust Videos, schreibst vielleicht

Es werden entspannte Wochen für dich

Es gibt auch die Anderen

sie arbeiten weiter

unter härteren Bedingungen

keine Pausen

kein Mittagessen beim Inder

keine Regeneration

Das System aufrecht erhalten!

Wenn die Kräfte verbraucht sind

sterben sie dahin

dann tanzen die Ausgeruhten wieder ihre Partys

Die Fremde in mir

Ich kenne diese Fremde so gut

sie ist mir vertraut

begleitet mich seit Jahren überall hin

wie eine Freundin schmiegt sie sich an

begleitet auf meinen Wegen mich

trepp auf trepp ab

sie grüßt die Menschen, lächelt fein

dort wo ich grimmig oder traurig bin

sie spricht hier und da

belanglos, haha

und ich bleibe allein zu Haus

sie geht ohne mich hinaus

während sie gesellschaftlich spricht

liege ich in der Wiese

warte auf Bienengesumm

Die Kirschen blühen stumm

Zur Blauen Stunde

Leichter Wind am Rauschen

Wir unseren Geschichten lauschen

Mond spiegelt sich in Wümmeflut

noch warm im Grill die Feuersglut

Die Pappeln rauschen sanft im Wind

von Ferne schreit ein Vogelkind

Sitzen unter grünen Kastanienbäumen

lassen das Bier im Glase schäumen

In den Ästen die Vögel zwitschern

noch sind die Sterne nicht am glitzern

Die Frösche im Teiche so schön singen

über unsere Füß die Mäuse springen

Die Kühe auf der Weide

kauenwieder Kräuter der Heide

Im Fliederbusch die Spinne webt

bald im Netz die Mücke klebt

Der Igel erwacht aus seinem Bette

rennt mit dem Hasen um die Wette

Der Storchenpapa am Neste wacht

wir sitzen glücklich unterm Kastaniendach

Der letzte Gast wankt müde aus dem Wümmeblick

hoffentlich fällt er nicht in den grauen Schlick

Die Mücken laben sich an unserem Blut

im Feuer vergeht die letzte Glut

Die Zwerge nun die Zipfel senken

die Herren ihre Räder nach Hause lenken

Jetzt fahren wir all nach Haus

und das Gedicht ist aus!

***

von J,A,L in Co-Autorenschaft im Juli 2020

Was macht dich jetzt glücklich?

Das ist die Frage, die du dir jeden jeden Tag,  jede Stunde , jeden Moment fragen kannst.

Und, was ist deine Antwort darauf?

Schreib es mir.

 

  • Meinen Blog wieder aktiviert zu haben
  • die Schmetterlinge flügelschlagend auf dem Flieder sitzend
  • ein Korb voller Sommerbeeren

 

 

Kunst

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Das nachtblaue Leinenkleid

streift sich über meinen Kopf

fällt an meinem Körper herab

*

 

Haare hochgesteckt

Brille aufgesetzt

Riemchen-Sandalen an den Füßen

*

Mein interessierter Blick

weckt das Interesse der Ausstellerin

Sie reicht mir einen Ausstellungskatalog

zeigt mir die interaktive Kunst

*

Ich scheine ihr

als intellektuelle Kunstbegeisterte

kaufkräftige Sammlerin

wohlwollende Rezensentin

*

Die Tarnung hat funktioniert

Ich scheine

was ich gerne wäre

*

Bin ich nicht

Begriffe im Wörterbuch nachgeschlagen

abgeschrieben

 

Schwarz

Eine Literatin, die nicht schreibt ist keine Literatin.

Eine Malerin, die nicht malt ist keine Malerin.

Eine Tänzerin, die nicht tanzt ist keine Tänzerin.

*

Ich bin nicht, weil ich nicht tue.

*

Ich schreibe nicht, damit es keiner liest.

Ich male nicht, damit es keiner betrachten kann.

Ich tanze nicht, damit mich keiner entdeckt.

*

So fantasiere ich weiter die nächsten Jahre,

bis die Depression mich voll umfängt, dann sage ich:

Früher hätte ich es gekonnt, da standen alle Türen offen.

Ich bin nicht durch sie hindurch gegangen, sondern vor ihnen auf-und abgelaufen.

Ich träumte mich in die schönsten Geschichten, die buntesten Gemälde durch tanzte ich.

In meiner Phantasie, leider.

*

Heute bin ich alt, schwach und schwarz.