Zur Blauen Stunde

Leichter Wind am Rauschen

Wir unseren Geschichten lauschen

Mond spiegelt sich in Wümmeflut

noch warm im Grill die Feuersglut

Die Pappeln rauschen sanft im Wind

von Ferne schreit ein Vogelkind

Sitzen unter grünen Kastanienbäumen

lassen das Bier im Glase schäumen

In den Ästen die Vögel zwitschern

noch sind die Sterne nicht am glitzern

Die Frösche im Teiche so schön singen

über unsere Füß die Mäuse springen

Die Kühe auf der Weide

kauenwieder Kräuter der Heide

Im Fliederbusch die Spinne webt

bald im Netz die Mücke klebt

Der Igel erwacht aus seinem Bette

rennt mit dem Hasen um die Wette

Der Storchenpapa am Neste wacht

wir sitzen glücklich unterm Kastaniendach

Der letzte Gast wankt müde aus dem Wümmeblick

hoffentlich fällt er nicht in den grauen Schlick

Die Mücken laben sich an unserem Blut

im Feuer vergeht die letzte Glut

Die Zwerge nun die Zipfel senken

die Herren ihre Räder nach Hause lenken

Jetzt fahren wir all nach Haus

und das Gedicht ist aus!

***

von J,A,L in Co-Autorenschaft im Juli 2020

Was macht dich jetzt glücklich?

Das ist die Frage, die du dir jeden jeden Tag,  jede Stunde , jeden Moment fragen kannst.

Und, was ist deine Antwort darauf?

Schreib es mir.

 

  • Meinen Blog wieder aktiviert zu haben
  • die Schmetterlinge flügelschlagend auf dem Flieder sitzend
  • ein Korb voller Sommerbeeren

 

 

Kunst

IMG_0096

Das nachtblaue Leinenkleid

streift sich über meinen Kopf

fällt an meinem Körper herab

*

 

Haare hochgesteckt

Brille aufgesetzt

Riemchen-Sandalen an den Füßen

*

Mein interessierter Blick

weckt das Interesse der Ausstellerin

Sie reicht mir einen Ausstellungskatalog

zeigt mir die interaktive Kunst

*

Ich scheine ihr

als intellektuelle Kunstbegeisterte

kaufkräftige Sammlerin

wohlwollende Rezensentin

*

Die Tarnung hat funktioniert

Ich scheine

was ich gerne wäre

*

Bin ich nicht

Begriffe im Wörterbuch nachgeschlagen

abgeschrieben

 

Schwarz

Eine Literatin, die nicht schreibt ist keine Literatin.

Eine Malerin, die nicht malt ist keine Malerin.

Eine Tänzerin, die nicht tanzt ist keine Tänzerin.

*

Ich bin nicht, weil ich nicht tue.

*

Ich schreibe nicht, damit es keiner liest.

Ich male nicht, damit es keiner betrachten kann.

Ich tanze nicht, damit mich keiner entdeckt.

*

So fantasiere ich weiter die nächsten Jahre,

bis die Depression mich voll umfängt, dann sage ich:

Früher hätte ich es gekonnt, da standen alle Türen offen.

Ich bin nicht durch sie hindurch gegangen, sondern vor ihnen auf-und abgelaufen.

Ich träumte mich in die schönsten Geschichten, die buntesten Gemälde durch tanzte ich.

In meiner Phantasie, leider.

*

Heute bin ich alt, schwach und schwarz.

Der Wechsel





Ich wechsle mal eben

von hell nach dunkel

von blond nach grau

von bunt nach fad

Stochere in den Resten

des Lebens herum

wühle alte Lumpen hervor

sie passen nicht mehr

sind zu eng geworden

die schönen Farben

Etwas Neues muss her

in Übergröße steht es vor mir

schaut mich an

das Spiegelbild

ich bin nicht ich

Ich wechsle mal eben

meine Garderobe

von Grau zu Bunt

von Langweilig zu Fazinierend

von Nacht zu Tag

Der Wechsel des Lebens

Darß II

Zitronenfalter

flattern über Stämme

windflüchtige Kiefern

an der Küste

als ob ich sie malen müsste

Birken stehen jung und alt

Das Grüne Kleid macht sich breit

Lebensfreude

klein und fein

scheint zwischen den Sträuchern

in mein Herz hinein

eine Woche ist schon rum

lange dauert die Anspannung

die ich mitgebracht

will sich nicht von heut auf morgen trollen

zu Viel sich hat angesammelt

Tage, Wochen muss ich erst gammeln

bis es sich wandelt das graue Blatt

Frühlingsgrün sich zeigt und

leuchtet fein

saftig, kräftig sein

Wochen braucht es dafür…

Darß I

Seeschwalben

rauschen hinab

jagen Mücken

nicht zu knapp

Feldlerchen

schwirren über das Feld

Sommer haben sie bestellt

Bockkäfer

springen übers Geäst

die Liebe hält nichts fest

der Duft von rottendem Gras

Frühling

macht Spaß!